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Stoffwindeln – unsere ersten Erfahrungen

Wir wickeln nun schon seit einigen Wochen mit Stoffwindeln und da ich einige Male gefragt wurde, wie es läuft, möchte ich euch heute von unseren ersten Erfahrungen mit den Stoffwindeln berichten.
Vorweg möchte ich sagen, dass das Thema auch für mich noch recht neu ist und es ganz sicher auch noch Dinge gibt, über die ich noch nichts oder nicht viel weiß.
Ich möchte euch einfach einen kleinen Einblick in die jetzige Situation geben und euch erzählen, wie wir gestartet sind.

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Bevor wir mit dem Shoppen angefangen haben, haben wir eine Stoffwindel-Beraterin zu uns eingeladen und haben uns von ihr die vielen verschiedenen Systeme zeigen lassen.
Schnell sind wir von unserem ursprünglichen Plan, nur AIO-Windeln zu benutzen, abgekommen.
Ich kann euch eine Beratung nur ans Herz legen wenn ihr plant, auf Stoffwindeln umzusteigen. Es ist wirklich ein großer Vorteil, dass wir uns die Windeln ganz genau anschauen konnten, die unterschiedlichen Materialien anfassen konnten und hier und da ein paar Tipps bekommen haben.

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Welche Stoffwindeln benutzen wir zur Zeit?

Wie oben schon erwähnt, wollten wir ursprünglich so genannte All-in-One Windeln benutzen. Der Vorteil bei diesem Windelsystem ist, dass sie von der Art und Weise genauso zu handhaben sind wie herkömmliche Windeln. Die Windeln haben integrierte Saugeinlagen und eine wasserdichte Außenhülle und kommen nach Gebrauch komplett in die Wäsche. Aber genau da ist auch der Hacken. Da sie komplett in die Wäsche kommen braucht man schon einen ganzen Batzen an Windeln, wenn man ca. alle 3 Tage waschen möchte.
Wir haben uns lediglich 3 AIOs gekauft, um sie gegebenenfalls mit zu den Großeltern zu geben, wenn Emma mal für ein paar Stunden dort ist. Da meine Mutter jedoch kein Problem damit hat, auch andere Systeme zu benutzen, spielen wir momentan mit dem Gedanken, diese drei Windeln wieder zu verkaufen.

Stoffwindeln Nachhaltigkeit im Kinderzimmer 3Links: All-in-One (TotsBots), Mitte: Ai3 (Culla di Teby), Rechts: Ai3 (gDiapers)

Entschieden haben wir uns für tagsüber vorerst für das All-in-Three-System.
Bei diesem System besteht die Windel aus 3 Teilen: einer Außenwindel, einer wasserdichten Innenwanne und den saugfähigen Einlagen.
Der Vorteil von diesem System ist, dass nur das gewaschen werden muss, was auch “schmutzig” geworden ist oder müffelt.
Wenn nur Pipi drin gelandet ist, dann kommen die Einlagen in die Wäsche und der restliche Teil kann auslüften und nochmal verwendet werden. Das erspart einem sowohl riesige Wäscheladungen als auch viele Windel in der Anschaffung. Momentan haben wir Windeln von gDiapers und Culla die Teby in Gebrauch.

Stoffwindeln Nachhaltigkeit im Kinderzimmer 6Links: AIO, Mitte: Culla die Teby, Rechts: gDiapers

Nachts benutzen wir Höschenwindeln mit verschiedenen Überhosen.
Die Höschenwindeln übernehmen den saugenden Part während die Überhosen dafür sorgen, dass nichts ausläuft.
Wir haben sowohl Höschenwindeln aus Bambus und aus Baumwolle und pimpen diese meist noch mit einer zusätzlichen Einlage – die Windeln halten dann auch super bei langen Nächten.
Auch bei den Überhosen haben wir uns verschiedene Arten geholt, da wir erstmal testen wollten, mit welchen wir am besten zurecht kommen. Neben Schlupfhosen, bei denen die Bündchen aus Fleece bestehen und der Rest aus PUL (Polyrethan), haben wir auch einige Überhosen, die komplett aus PUL bestehen.
Der Vorteil bei den Schlupfhosen ist, dass diese meist keine Abdrücke hinterlassen, da sie sich sanft an den Körper schmiegen und keine Gummibündchen haben.
Bei den PUL-Überhosen haben wir darauf geachtet, dass sie ein doppeltes Beinbündchen haben und dadurch etwas auslaufsicherer sind als Windeln, die nur ein Bündchen haben.

Stoffwindeln Nachhaltigkeit im Kinderzimmer 4Links: Bambus-Höwi ~ Rechts: Baumwoll-Höwi

Stoffwindeln Nachhaltigkeit im Kinderzimmer 9Links: PUL-Überhose (Little Lamb), Mitte: Schlupfhose (hu-da), Rechts: PUL-Überhose (Blümchen)

Welche Einlagen benutzen wir?

 Unsere Einlagen sind eine kunterbunte Mischung verschiedener Marken und Stoffe.
Wir haben recht viele Bambus Einlagen und Bambus Booster (dickere Einlagen), ein paar CBI Einlagen (Bambus-Kohlen-Einlagen), Hanf Einlagen und, teilweise selbstgenähte, Baumwoll Einlagen.
Zudem benutzen wir auch verschiedene Prefolds als Einlagen.
Meist kombinieren wir saugstarke Einlagen wie z.B. Bambus oder Hanf mit schnell saugenden Baumwoll Einlagen.
In dieser Kombination liegen die Einlagen aus Baumwolle direkt am Kind, um das Pipi schnell aufnehmen zu können, und die Bambus/Hanf Einlagen dort drunter, um das Pipi zu “speichern”.

Stoffwindeln Nachhaltigkeit im Kinderzimmer 5Von links nach rechts: Hanf, CBI, Bambus, Baumwolle, selbstgenähte Baumwolle, Baumwoll-Prefolds in 2 Varianten

Ganz neu bei uns eingezogen sind ein paar Strickwindeln, eine Wollüberhose und Einlagen aus Bouretteseide.
Strickwindeln standen von Anfang an auf meiner Wunschliste während ich vor allem um die Wollüberhose lange einen großen Bogen gemacht habe. Viele schwören auf Wollüberhosen und bevorzugen sie, weil sie ein natürliches Produkt sind. Für mich sind sie vor allem ein tierisches Produkt und dementsprechend besteht natürlich auch die Gefahr, dass dem Tier, dem die Wolle vorher gehörte, verletzt oder sogar getötet wurde.
Ich habe mich aus diesem Grund für eine Wollüberhose von Disana entschieden – bei dieser Marke hoffe ich mir sicher sein zu können, dass die Wolle auf achtsame Art und Weise vom Schaf zur Windel wurde.
Da uns das Paket erst vor ein paar Tagen erreicht hat, haben wir die neuen Sachen bisher noch nicht getestet.

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Links: Wollüberhose (Disana), Mitte: Bouretteseide-Einlagen (Hans Natur), Rechts: Strickwindel (Hans Natur)

Was brauchen wir zu den Stoffwindeln?

Wenn man mit Stoffwindeln wickelt, dann braucht man meist noch ein paar zusätzliche Dinge, damit alles rund läuft.
Eine der ersten Fragen, die ich mir vor der Stoffwindel-Zeit gestellt habe war, wo die Windeln bis zur Wäsche aufbewahrt werden. Und mindestens genau so wichtig: Was passiert mit dem “großen Geschäft”?

Zur Aufbewahrung der benutzten Windeln haben wir uns einen Wetbag und ein großes Wäschnetz gekauft, die wir immer im Wechseln gebrauchen. Ihren Platz haben sie direkt neben der Wickelkommode. Dort lagern wir vor allem die Pipi-Windeln bis zur nächsten Wäsche – gewaschen wird alle 3-4 Tage.
Anfangs war ich sehr skeptisch, was den Geruch angeht, doch es müffelt wesentlich weniger als gedacht.

Zum Schutz der Windeln vor größeren Geschäften, legen wir immer noch ein Windelvlies mit in die Windel. Das Vlies fängt das Geschäft einigermaßen gut auf und landet samt diesem im Müll.
Wenn Emma nur Pipi gemacht hat kommt das Vlies ganz einfach mit den Wäschesack und wird nach dem Waschen erneut benutzt.
Leider hat das Vlies bisher noch nie wirklich alles aufgefangen. In diesen Fällen handhaben wir es so, dass wir die Windeln/Einlagen in der Badewanne abduschen und sie danach zum Trocknen aufhängen. Wenn sie trocken sind landen sie, je nachdem wann wir das letzte Mal gewaschen haben, entweder im Wäschesack oder direkt in der Waschmaschine.

Da wir keinen Trockner besitzen, hängen wir alle Windeln, Überhosen, Einlagen und Vlies nach der Wäsche auf einen Wäscheständer.

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 Fazit nach den ersten Wochen mit Stoffwindeln

Vorweg kann ich euch direkt sagen, dass wir froh sind den Schritt bzw. die Umstellung gewagt zu haben.
Glatt gelaufen ist allerdings nicht alles.
Mit den Nachtwindeln, die für viele scheinbar das größte Problem sind, sind wir seit dem ersten Tragen absolut zufrieden. Die Windeln halten zu 95% total dicht, und bei den restlichen 5% waren es Handhabungsfehler unsererseits. Es ist uns nur 1x passiert, dass Emma morgens (nach knapp 10-11 Stunden) einen nassen Schlafanzug und auch einen feuchten Schlafsack hatte.
Tagsüber hatten wir ein bisschen mehr zu kämpfen. Da die Einlagen (und auch die Höwis) ihre volle Saugkraft erst nach ca. 8-10x waschen erreicht haben, liefen uns zu Anfang einige Male schon nach 1-2 Stunden die Windel aus. Zudem mussten wir auch erstmal ein wenig rumprobieren, welche Einlagen und welche Kombinationen am besten geeignet sind. Auch jetzt passiert es immer mal wieder, dass die Ränder der Windeln nass sind.
Bei wichtigen oder längeren Terminen haben wir deshalb hin und wieder die Stoffwindeln liegen gelassen und haben stattdessen zu unseren Backup Wegwerf-Windeln gegriffen, von denen wir immer noch ein paar Reste zu Hause haben. Das ist zwar nicht optimal und in Zukunft würden wir es auch gerne vermeiden, in der Umstellungsphase ist es aber vollkommen ok für uns.
Das Wäschewaschen ist überhaupt kein Problem und ich habe nicht das Gefühl, wirklich mehr Arbeit zu haben.
Die Windeln landen zusammen mit der restlichen 60 Grad-Wäsche in der Waschmaschine, werden ein Mal vorgespült und dann startet der normale Waschgang. Nichts müffelt und alles wird sauber.
Nur mit den Kaka-Windeln konnte ich mich noch nicht so wirklich anfreunden. Dabei ist auch das nicht so schlimm, wie ich es mir vorgestellt habe. Aber die Windel einrollen und wegwerfen war dann doch einfacher.

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Und was hält Emma von den Stoffwindeln?

An den ersten Tagen fand Emma die Windeln tatsächlich ein wenig komisch. Sie hat einige Male auf die angezogenen Windeln gezeigt und ist auch ein paar Mal etwas komisch gelaufen. Das hat sich nach 2-3 Tagen aber schon wieder gelegt und seitdem scheint Emma vollkommen zufrieden mit den Windel zu sein.
Motorisch eingeschränkt ist sie durch das dickere Windelpaket auf keinen Fall. Sie bewegt sich genauso viel wie mit den WWW und es gab noch nichts, das sie aufgrund der Stoffwindeln nicht hätte machen können.
Auch scheint es sie nicht sonderlich zu stören, dass sich ihre Windeln nun nasser anfühlen wenn sie Pipi gemacht hat.

Im Großen und Ganzen sind wir also zufrieden, werden aber auch weiterhin noch rumtesten un ausprobieren.
Jetzt bin ich aber erstmal auf die Strickwindeln und die Wollüberhose gespannt.

Benutzt ihr auch Stoffwindeln?
Wann seid ihr auf Stoffwindeln umgestiegen oder habt ihr sie von Anfang an benutzt?
Mit welchem System seid ihr sehr zufrieden und mit welchen Windeln seid ihr nicht zurecht gekommen?

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9 Comments

  • Reply
    Marysia
    15. Juni 2016 at 14:03

    ich benutze Stoffwindeln schon bei meinem zweiten Kind und bin sehr zufrieden! Die Kleinen auch, sie lieben die bunten Motive 🙂

  • Reply
    Hanna
    15. Juni 2016 at 17:05

    Wir benutzen auch oft die gDiapers, nachts Totsbots Bamboozles. Mit Stickwindeln kommen wir gar nicht klar, bin gespannt wie es euch da geht!

  • Reply
    Juli
    16. Juni 2016 at 7:57

    Wir benutzen Stoffys erst seit ein paar Wochen und ich teste mich noch immer durch die verschiedenen Systeme. Mir gefällt meine kunterbunte Mischung total. Nur nachts traue ich mich noch nicht so recht heran, da nehmen wir noch die WWW’s… aber auch das möchte ich in nächster Zeit abschaffen.

  • Reply
    Chrissy
    24. Juni 2016 at 8:35

    Warum entsorgt ihr die Windelvliese denn im Müll? Das stinkt doch! Bei uns kommen die in die Toilette.

    Wir nutzen Stoffwindeln seitdem unsere Tochter etwa 4 Wochen alt ist. Vorher hatte ich keine Lust auf Extrawäsche. Hauptsächlich nutzen wir Pocketwindeln. Wir sind sehr glücklich mit der Entscheidung.

    • Ann-Kathrin
      Reply
      Ann-Kathrin
      24. Juni 2016 at 13:03

      Leider lösen sich die meisten Vliese (auch die auf denen es extra drauf steht) nicht in der Toilette auf. Es besteht also die Gefahr, dass sie die Rohre verstopfen. Deswegen schmeießn wir das Vlies lieber in den Müll.

      • Reply
        Chrissy
        25. Juni 2016 at 0:21

        Das hört sich ja blöd an!
        Ich habe bisher nur drauf geachtet, dass “toilettenkompatibel” draufsteht und dachte das sei dann schon okay so. Muss ich mich mal schlau machen. Bisher haben wir keine Probleme, aber die will ich auch nicht kriegen!

  • Reply
    Was ich beim zweiten Kind anders machen würde - Munchkins Happy Place
    11. Juli 2016 at 7:48

    […] schon früher damit angefangen zu haben. Über unsere ersten Erfahrungen mit Stoffwindeln habe ich hier berichtet. Der Mehraufwand für die Wäsche hält sich absolut in Grenzen. Und es ist fantastisch, […]

  • Reply
    Steffi
    2. Januar 2017 at 9:03

    Guten Morgen und einen wundervollen Start ins neue Jahr! Ich bin gerade auf der Suche nach der Information, ob die Innenwannen der gDiapers und Culla die Teby kompatibel sind, hast du das schon einmal ausprobiert?

    Beste Grüße

    Steffi

    • Ann-Kathrin
      Reply
      Ann-Kathrin
      5. Januar 2017 at 11:26

      Schau bei Facebook vielleicht mal bei der Culla di Teby Gruppe (Tebyfanten) vorbei, da haben es wohl einige ausprobiert. Ich meine aber, dass sie nicht kompatibel sind.
      Liebe Grüße

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