Familienleben Gedankenwelt Muttiple Choice

[Muttiple Choice] Traditionen in der Weihnachtszeit + Free Printable

 
Die erste Woche im Dezember bedeutet gleichzeitig auch ein neues Thema bei „Muttiple Choice“. 
Diesmal möchten wir euch ein bisschen zu „Traditionen in der Weihnachtszeit“ erzählen. 
Schaut in den nächsten Tagen auf jeden Fall auch bei den anderen Mädels aus der Runde vorbei: Sarah, Julia, Katha, Anja und Lea.
 
Ich möchte euch heute auf eine kleine Zeitreise mitnehmen und habe zur bildlichen Unterstützung meine alten Fotoalben durchforstet. 
Wir besuchen die Vergangenheit und machen auch einen kurzen Abstecher in die Zukunft. 
Das bringt mich auch schon direkt zu meinem Lieblings-Weihnachtsbuch: A Christmas Carol (Eine Weihnachtsgeschichte) von Charles Dickens. Wie habe ich dieses Buch in meiner Kindheit geliebt. Und auch heute gehört es für mich einfach zur Weihnachtszeit dazu. Mein passendes altes Kinderbuch hat mittlerweile einen Platz in Emmas Bücherregal gefunden und wartet dort sehnlichst auf seinen ersten Einsatz.
 
So, seid ihr angeschnallt? Los geht es in die Vergangenheit, genauer gesagt in meine Kindheit.
 
Die Vorfreude wächst
 
Für mich fing die weihnachtliche Zeit für gewöhnlich mit dem Besuch des Martinsbasars der Waldorfschule in Aachen an. In der Top 10 der Orte, an denen ich mich rundum wohl gefühlt habe, hat der Basar seit meiner Kindheit einen festen Platz. Vom Kerzenziehen über Edelsteine im Sand suchen bis hin zu einer kleinen Theateraufführung – die Erinnerungen daran werde ich wohl nie vergessen. Am besten gefallen hat mir jedes Jahr ein besonderer Raum, den nur Kinder betreten durften. Die Tür war extra verkleinert, der Raum war kuschelig dämmrig gestaltet und überall standen die tollsten Dinge, die man mit Goldtalern kaufen konnte.
 

 

Der Dezember ist da und hält Überraschungen bereit
 
Ungefähr zwei Wochen später war er dann endlich da, der 1. Dezember. 11 Monate lang habe ich auf diesen Tag gewartet, denn Weihnachten war schon immer das Größte für mich. Raus aus dem Bett und ab zum Adventskalender. Unser Adventskalender, den mein Bruder und ich uns teilten, hing wie immer im Wohnzimmer an der Wand. 24 kleine Stofftaschen, gefüllt mit kleinen Überraschungen. Doch halt, erstmal hieß es meinen kleinen Bruder zu wecken, denn die Säckchen haben wir immer gemeinsam geöffnet. Und jeden Tag waren wir gespannt, was wir in dem Kalender finden würden. Manchmal gab es etwas zum Spielen oder ein Pixi-Buch. An anderen Tagen zogen wir Zettel aus dem Säckchen, auf denen eine Aktivität stand, die wir dann an diesen Tag gemeinsam gemacht haben. Hin und wieder gab es auch eine kleine Leckerei. In einem Jahr haben wir jeden Tag ein paar Puzzle-Teile im Adventskalender gefunden, und an Heiligabend haben wir das Puzzle fertiggestellt. Das war vielleicht eine spannende Zeit!
 
 
In der Weihnachtsbäckerei
 
Auf dem Weg zum Kindergarten oder zur Schule haben wir oft den Himmel bewundert, der sich von seinen schönsten Farben gezeigt hat. Die Erklärung für die Farbenpracht war ganz einfach: die Weihnachtsbäckerei ist im vollen Gange. Das war dann meist auch der Startschuss für unsere eigene Weihnachtsbäckerei. Mein Bruder und ich durften uns jeder 1-2 Plätzchen-Rezepte aussuchen. Gemeinsam haben wir dann alle Zutaten eingekauft und uns dann ans Werk gemacht. Während wir vom Teig genascht haben, liefen im Hintergrund die Weihnachts-CDs in Dauerschleife.
 
 
Oh Tannenbaum, oh Tannenbaum
 
Dann kam ein Tag, auf den ich mich immer sehr gefreut habe: die familiäre Suche nach dem passenden Weihnachtsbaum. Meine Mutter hat ein Faible für die besonderen Bäume, die Bäume, die sonst niemand haben möchte. Krumm gewachsen oder an einer Seite keine Äste – solchen Bäumen haben wir gerne ein zu Hause gegeben.
Am nächsten Morgen strahlte uns der ausgewählte Baum in seiner vollen Pracht entgegen, denn meine Mutter hat den Baum meistens geschmückt, während wir schon tief und fest geschlummert haben. Heiligabend rückte somit wieder ein ganzes Stückchen näher.
 
 
Ich wünsche mir…
 
Meinen Wunschzettel zu schreiben, war für mich jedes Jahr eine Mammut-Aufgabe. Nicht, weil mir nichts eingefallen ist, sondern weil es ganz schön lange gedauert hat, jedes einzelne Buch und jede einzelne Kasette von “Die drei ???”, “Die 5 Freunde” und “TKKG” auf einen Zettel zu bekommen. Andere Dinge standen nur selten auf meinem Wunschzettel – ich war halt schon damals ein kleiner Bücherwurm.
[Apropos Wunschzettel, ganz unten habe ich noch eine Kleinigkeit für euch vorbereitet]
 
Einmal werden wir noch wach
 
Und dann war es so weit, der Tag der Tage war da: der Heiligabend. 
Der Heiligabend lief bei uns jedes Jahr ähnlich ab. Mein Bruder und ich haben noch schnell ein Lied oder Gedicht geübt, oder auch mal ein Stück auf der Flöte. So konnten wir unsere Aufregung ein wenig im Zaum halten. Nachmittags sind wir dann gemeinsam zum Familiengottesdienst gefahren, an dem ich einige Jahre auch selber mitgewirkt habe. Jedes Mal ist meiner Mutter dann etwas eingefallen, was sie noch schnell erledigen musste. So ist sie dann immer alleine mit dem Auto vorgefahren und wir sind mit unserem Vater zu Fuß nach Hause gegangen. 
 
 
Zu Hause angekommen, lagen im Wohnzimmer unter dem Weihnachtsbaum alle Geschenke. Das Licht war aus und überall brannten Lichterketten und Kerzen. Es lief Weihnachtsmusik und es roch nach Mandarinen und Zimt.
Bevor es richtig losgehen konnte, haben meine Eltern es sich auf der Couch gemütlich gemacht, während mein Bruder und ich unser vorher einstudiertes Lied oder Gedicht vorgetragen haben.
Die Weihnachtsgeschenke haben wir immer nach und nach ausgepackt. Mein Bruder und ich durften abwechselnd eines der Päckchen nehmen. Dann haben wir geschaut, wessen Name auf dem Paket steht und derjenige durfte sein Geschenk dann auspacken. 
So wurden alle Geschenke nacheinander überreicht und ausgepackt.
Und wirklich jedes Jahr ist meiner Mutter zum Ende hin eingefallen, dass sie mindestens ein Geschenk vergessen hat und dieses dann noch schnell suchen musste. 
 
 
Nach der Bescherung haben wir im Esszimmer gegessen. Das war immer etwas Besonderes, da wir an allen anderen Tagen in der Küche gegessen haben. Mein Bruder und ich durften uns für das Weihnachtsessen ein „erwachsenes“ Glas (meistens waren es Wein- oder Sektgläser) aussuchen – genau diese Kleinigkeiten haben den Heiligabend zu meinem Lieblingstag im ganzen Jahr gemacht.
Nach dem Essen haben wir meist ein Spiel gespielt, einen Film geschaut oder sind zu einer abendlichen Rodelpartie aufgebrochen. 
Der Heiligabend ist übrigens der beste Zeitpunkt, wenn man den ganzen Rodelberg für sich alleine haben möchte.
Und dann ging es glücklich und zufrieden ins Bett, um uns für die nächsten beiden Tage, die wir bei unseren Verwandten in der Eifel und in Bonn verbracht haben, auszuruhen.
 
 
Und jetzt geht es ab in die Zukunft.
Wie werden wohl unsere Traditionen in einigen Jahren aussehen?
 
 Dieses Jahr ist Emma noch zu klein um verstehen zu können, was Weihnachten eigentlich ist.
Ab nächstem Jahr würde ich aber gerne unsere eigenen Familien-Traditionen erschaffen.
Einige Traditionen aus meiner Kindheit werde ich wohl übernehmen, wie z.B. unsere Art die Geschenke an Heiligabend auszupacken, das gemeinsame Suchen und Finden des Weihnachtsbaum oder auch das heimliche Bereitstellen der Geschenke unter dem Weihnachtsbaum.
Sehr gut in Erinnerung geblieben, sind mir auch die 24-Geschichten-Adventskalender. Diese Tradition haben Alex & ich schon letzten Jahr wieder aufleben lassen und werden sie auch dieses und die kommenden Jahre weiterführen.
Richtig gespannt bin ich aber vor allem darauf, welche Traditionen sich ganz neu ergeben werden – Traditionen, von denen wir noch nicht wissen, dass sie uns irgendwann Jahr für Jahr durch die Weihnachtszeit begleiten werden.
 
Wichtig ist mir aber auch, dass Emma erfährt, warum wir eigentlich Weihnachten feiern.
Da weder Alex noch ich religiös sind, geht es mir nicht nur um die Weihnachtsgeschichte, sondern vor allem um die Zeit mit der Familie.
Natürlich habe ich mich jedes Jahr über meine Geschenke gefreut, und ohne diese wäre Weihnachten wohl auch nicht dasselbe gewesen.
Doch noch viel schöner fand und finde ich es, die enge Verbundenheit meiner Familie zu spüren und diese magische und geheimnsivolle Zeit gemeinsam mit ihnen erleben zu dürfen.
Ich wünsche mir sehr, dass auch Emma diese Erfahrung machen kann.
Und wer weiß, vielleicht kommt sie ja nach ihrer Mutter und der Heiligabend wird auch für sie einmal der schönste Tag im ganzen Jahr.
 
Wie habt ihr die Weihnachtszeit als Kinder erlebt? 
Hattet ihr auch Traditionen, die euch besonders im Gedächtsnis geblieben sind?
Welche weihnachtlichen Traditionen haben sich seit der Geburt eurer Kinder entwickelt?
 
Ach ja, da war doch noch was.
Haben eure Kinder schon ihre Wunschzettel geschrieben?
Oder habt ihr vielleicht selber mal wieder Lust darauf einen eigenen Wunschzettel zu schreiben?
Ich habe einen Wunschzettel in zwei verschiedenen Größen für euch zum Ausdrucken vorbereitet.
 
 
Hier könnt ihr den großen Wunschzettel downloaden.
Hier könnt ihr den kleinen Wunschzettel downloaden.
 
Ich wünsche euch eine wunderschöne vorweihnachtliche Zeit.

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