Familienleben Gedankenwelt Kindheit

Auf der Suche nach einem Kita-Platz

Heute gibt es einen Artikel mitten aus unserem Leben – wir befinden uns momentan nämlich auf der scheinbar endlosen Suche nach einem Kita-Platz für unsere Tochter. Und das gestaltet sich alles andere als einfach.

Wie viele von euch wissen, habe ich vor der Elternzeit als Erzieherin gearbeitet. Während meiner Ausbildung und in den darauffolgenden Jahren habe ich sowohl in Elterninitiativen, offenen Ganztagsschulen, reinen U3-Gruppen und auch in Regelgruppen in städtischen Einrichtungen gearbeitet. Ich habe in dieser Zeit viele Erfahrungen gesammelt und weiß, wie es in diversen Kitas und Kindergärten abläuft. Wie schwierig die Suche nach einem Kita-Platz verlaufen kann, das erlebe ich allerdings erst jetzt als Mutter.

Wir haben uns (naiverweise) erst recht spät Gedanken um die Kita gemacht – das hat vor allem zwei Gründe. Zum einen wussten wir schon in der Schwangerschaft, dass Emma ihre ersten Lebensjahre mit uns verbringen sollte. Als Emma dann bei uns war und wir sie, ihren Charakter und vor allem ihre sehr sensible Art kennengelernt haben, haben wir uns in unserer Entscheidung, sie am liebsten erst im Alter von 3 Jahren fremd betreuen zu lassen, bestärkt gefühlt.
Zudem haben wir, bis vor ein paar Monaten, in Belgien gelebt. Wir haben zwar nur kurz hinter der deutsch-belgischen Grenze gewohnt, doch da es halt nicht in Deutschland war, hatten wir auch keinen Anrecht auf einen Kita-Platz in Deutschland. In Belgien wäre es so gelaufen, dass wir uns für einen der 3 Kindergärten im nahen Umkreis entschieden hätten (zwei davon habe ich als Kind selber besucht) und dann hätte Emma dort einen Platz bekommen.

Dass es in Deutschland nicht ganz so einfach sein würde, das war uns natürlich bewusst. Nach unserem Umzug haben wir uns deswegen direkt auf die Suche begeben. Unsere Suche ging zu dem Zeitpunkt in eine ziemlich genau Richtung, denn unser Wunsch war es (und ist es eigentlich immer noch), dass Emma in eine Montessori-Einrichtung geht. Da Emmas Omi in einem Montessori-Kinderhaus arbeitet, wir dementsprechend einen recht guten Einblick in die Arbeit haben und davon überzeugt sind, dass die Montessori-Pädagogik für Emma am besten geeignet ist, standen auf unserer Liste erstmal nur eine handvoll Kitas.
Von all diesen Kitas haben wir mittlerweile eine Absage bekommen.
Für den Sommer sind alle Plätze belegt und zum Januar, wenn Emma ihren dritten Geburtstag feiert, werden keine Kinder aufgenommen.

Mit einem traurigen Auge, denn ein paar dieser Kitas haben uns wirklich gut gefallen, haben wir unsere Suche erweitert. Ich habe Kinderläden, Elterninitiativen und städtische Einrichtungen kontaktiert, wobei ich dazu sagen muss, dass das hier in Aachen über ein Online-System abläuft, welchem ich schon als Erzieherin eher kritisch gegenüber stand. Eine Absage nach der nächsten trudelte bei uns ein. Und auch die Mitteilung, dass es im Sommer 2018 wahrscheinlicher wäre, einen Platz zu bekommen.

Im Sommer 2018 wäre Emma allerdings schon 3,5 Jahre alt und ein Kita-Beginn zu diesem Zeitpunkt, würde all unsere Planungen über den Haufen werfen. Sicherlich hätte es auch seine positiven Seiten, wenn ich Emma noch 1,5 Jahre auf ihrem Weg zum Kita-Kind begleiten würde, doch genauso gäbe es auch die negativen Auswirkungen. Ganz vorne steht dabei unsere finanzielle Situation, die natürlich nicht ausschlaggebend sein sollte, aber eben auch nicht unter den Tisch gekehrt werden kann. Zudem verspüre ich immer wieder den Wunsch nach einer Veränderung in meinem derzeitigen Alltag. Den Wunsch, wieder ein paar Stunden in der Woche arbeiten zu gehen und mich ein paar Stunden mit etwas anderem zu beschäftigen. Und dazu kommt noch der Gedanke, wann für Emma der richtige Zeitpunkt für den Kita-Start ist: in diesem Sommer, mit 2,5 Jahren? Um ihren dritten Geburtstag herum? Oder doch erst, wenn sie 3,5 Jahre alt ist?

Momentan scheint es jedoch eher so, als ob wir diese Entscheidung gar nicht alleine fällen können. Wir möchten nicht, auf Teufel komm raus, irgendeinen Kita-Platz für Emma ergattern – darauf würde es jedoch hinauslaufen, wenn wir so weit gehen würden, uns bei der zuständigen Behörde zu melden und einen Kita-Platz für diesen Sommer zu verlangen. Dann wäre uns ein Platz in einer Kita, die uns wirklich zusagt und in der Emma sich wohl fühlt, den wir aber erst im darauffolgenden Sommer bekommen können, die liebere Variante.

Zur Zeit wissen wir also noch nicht, was genau auf uns zu kommt und wann Emma einen Platz bekommen wird. Unsere Suche geht weiter und wir hoffen ganz fest, dass wir, zu welchem Zeitpunkt auch immer, eine geeignete Kita für Emma finden werden.

Wie läuft oder lief die Kita-Suche bei euch? Habt ihr einen Platz in eurem favorisierten Kindergarten bekommen? Musstet ihr auf andere Optionen ausweichen? Oder habt ihr eure Kinder länger als geplant zuhause gelassen?

Merken

You Might Also Like

3 Comments

  • Reply
    Tina
    28. Februar 2017 at 19:43

    Kitaplatzsuche… Da bekomm ich direkt wieder Bauchschmerzen… hier in einem der Babyboom-Viertel von Köln echt eine Belastungsprobe. Der Große war praktisch im Frühsommer geboren, wir haben uns direkt auf die städtische Liste setzen lassen und für die Newsletter der interessanten Kitas angemeldet, obwohl ich zwei Jahre zuhause bleiben wollte.
    Wir besichtigten ca 20 Kitas, bekamen von allen U3 Einrichtungen direkt Absagen, da dort mit einem Jahr (oder jünger) aufgenommen wird und dann ausreichend 2jährige da sind.
    Die Kitas mit Gruppen für 2-6jährige wären mein Wunsch gewesen! Einmal eingewöhnen, 4 Jahre Kontinuität… als gelernte Erzieherin träumte ich von Montessori oder Naturkita, von großen Außengeländen und individuellem Begleiten der Kinder.

    110 Anmeldungen auf 18 Plätze… so oft.

    Mein Praxissemester müsste beginnen, auch für seinen dritten Geburtstag hätten wir keine Sicherheit gehabt.
    Kurzfristig das Angebot der Stadt: eine Tagesmutter, voller Platz. Wenn wir ablehnen verlieren wir unseren Rechtsanspruch.

    Das Jahr war unbefriedigend, nicht furchtbar, aber sicher nicht das, was ich mir unter adäquater Betreuung vorstelle. Aber ein Wechsel mitten im Jahr ohne Erfolgsaussicht, erst recht bei einem 2,5jährigen.

    Zum letzten Sommer dann im dritten Nachrückverfahren eine Zusage der konfessionellen Kita um die Ecke, mit riesigem tollem Außengelände.

    Großes Glück!

    Trotzdem an vielen Stellen nicht meinen Vorstellungen entsprechend (unflexibel, „althergebrachte Werte“/Stereotype überall, starre Abläufe…)

    Noch bevor der Kleine überhaupt da ist, habe ich Sorge, wie es in zwei/drei Jahren sein soll… dann mit einem strategisch schlechten Geburtszeitpunkt im März 😉

    Euch seien alle Daumen gedrückt, dass ihr Glück habt! :*

  • Reply
    Juli
    15. März 2017 at 9:53

    Mika ist mit 1 Jahr und 3 Monaten in unsere Wunsch-Kita gekommen. Wir mussten in einem Online System mehrere Wünsche angeben und ich habe nach der Besichtigung mehrmals im Laufe des Jahres angerufen und mich nach dem Stand der Dinge erkundigt. Mich immer wieder in Erinnerung gerufen. Anders hätten wir keinen Platz dort bekommen, denn auch hier gibt es unglaublich viele Anmeldungen. Ich bin glücklich mit meiner Wahl, Mika geht gerne in die Kita und die Erzieher sind sehr liebevoll. Würde es immer wieder genau so machen.

    Lg und viel Glück bei deiner Suche!

  • Reply
    Mamagedanken zum Start im Kindergarten - Munchkins Happy Place
    21. August 2017 at 22:50

    […] einem halben Jahr habe ich euch von unserer Suche nach einem Kindergarten-Platz berichtet. Eigentlich haben wir damals nicht mehr daran geglaubt, tatsächlich noch einen Platz zu […]

  • Leave a Reply

    CommentLuv badge