Ernährung Gesundheit

Zuckerfrei – ist das überhaupt möglich?

 

Ich habe mich in den letzten  Wochen intensiv mit dem Thema Zucker auseinandergesetzt. Nachdem mir aufgefallen war, wie viele ungesunde Dinge ich täglich zu mir nehme, und ich auch immer wieder negative Folgen feststellen konnte (verstärkte Kopfschmerzen, gesteigerte Nervosität, ungesättigte Heißhungerattacken), wurde der Wunsch in mir immer stärker, mich mit dem Thema zu beschäftigen und etwas zu verändern.
 
Eine gesunde Ernährung war mir schon immer wichtig, trotzdem gab es schon mehrmals Phasen in meinem Leben, in denen ich mich alles andere als gesund ernährt habe. Als ich mit 19 Jahren zu Hause ausgezogen und mit meinem damaligen Freund zusammen gezogen bin, habe ich innerhalb von 2 Jahren 40 Kilo zugenommen. Ich habe mich schrecklich gefühlt, habe es aber lange Zeit nicht geschafft, dem Teufelskreis zu entfliehen – je trauriger oder wütender ich über mein Äußeres war, desto mehr Mist habe ich zu mir genommen.
 
Irgendwann habe ich es angepackt, habe nach 1 Woche Saftfasten meine Ernährung umgestellt, habe 30 Kilo abgenommen und mein Gewicht danach halten können.

 

Die Schwangerschaft hat einiges wieder durcheinander gebracht. Durch die Übelkeit habe ich anfangs einige Kilo abgenommen und danach habe ich jedes Mal flott etwas gegessen, wenn mir gerademal nicht schlecht war. Nach der Geburt war ich recht schnell wieder bei meinem Ausgangsgewicht angekommen, da ich in den ersten Wochen keinen großen Appetit hatte. Doch dann fingen die Gelüste an, die ich in der Schwangerschaft nie hatte. Und da mir an vielen Tagen sowieso die Zeit und Lust fehlte, mich an den Herd zu stellen, habe ich angefangen (wie damals) hier und da einfach das zu essen, worauf ich gerade Lust hatte. Und je mehr Zucker ich zu mir genommen habe, desto größer wurde mein Verlangen danach.
 
In den letzten Wochen haben bei mir mehrmals die Alarmglocken geläutet, vor allem seit Emma sich mehr und mehr fürs Essen interessiert.
 
Und nun bin ich wieder an dem Punkt angekommen, an dem ich meine Ernährung umstellen möchte. Zum einen für meine Gesundheit und mein Wohlbefinden, zum anderen aber auch um Emma ein gutes Vorbild sein zu können, denn ich gehöre tatsächlich zu denen, die der Meinung sind, dass Kinder in den ersten Jahren, wenn überhaupt, dann definitiv nicht ständig, Haushaltszucker zu sich nehmen sollten.
Schnell war also der Entschluss gefasst, eine Weile komplett auf Zucker zu verzichten, und zu beobachten, wie es mir damit geht. Auch der Herr des Hauses hat direkt gesagt, dass er den Selbstversuch wagen möchte.
 
Ganz so einfach ist es dann aber doch nicht, denn Zucker findet man einfach überall. 
 
Egal ob Glucose, Fructose, Laktose, Maltose, Saccharose, Rohrohrzucker, Rübenzucker oder welche Bezeichnung auch immer man sieht, es sind alles Bezeichnungen für Zucker unterschiedlicher Herkunft. In einem Übermaß sind all diese Zuckerarten ungesund für unseren Körper. Vor allem der Einfachzucker Fructose, also Fruchtzucker, führt uns an der Nase herum. Wer denkt bei Fruchtzucker nicht direkt an Obst, und geht davon aus, dass Fructose doch nicht schädlich sein kann, wenn Obst doch gesund ist. Es macht jedoch einen sehr großen Unterschied ob wir einen ganzen Apfel essen, der neben vielen gesunden Inhaltsstoffen ca. 6% natürlichen Fruchtzucker enthält, oder ob wir Lebensmittel mit hinzugefügter, hochkonzetrierter industriell hergestellter, Fructose zu uns nehmen. Diese Form von Fruchtzucker ist genauso ungesund wie normaler Haushaltszucker (der ca. zur Häfte aus Fructose besteht), wenn nicht sogar noch schädlicher für den Körper.

Bei meinen Recherchen habe ich festgestellt, dass sich beim Thema Fructose die Meinungen in zwei Lager teilen. Für mich steht fest, dass ich auf Fructose nur zu Teilen verzichten möchte, nämlich genau auf diese hinzugefügte Fructose. Ich werde weiterhin Obst essen, da ich Obst in seiner ganzen Form als gesund ansehe.

Ein kompletter Zuckerverzicht ist demnach zwar möglich, würde dann aber auch Obst und sogar einen Teil Gemüse (auch Gemüse enthält Fructose) beinhalten.

Mittlerweile kann man überall ein vielfältiges Angebot an Zucker-Alternativen finden, jedoch kann man auch viele dieser Produkte nicht als gesund bezeichnen. Honig besteht zu 80% aus Zucker, Agavendicksaft  enthält 60-90% Fructose und auch Ahornsirup beinhaltet 65% Zucker.
Synthetischen Süßstoffe wie z.B. Aspartam, Saccharin oder Sucralose sagt man nach, dass sie durch ihren sehr süßen Geschmack ein Hungegefühl auslösen und Durchfall verursachen. Ebenso sollen sie eine krebsfördernde Wirkung haben. Aus diesen Gründen sollte man auf Süßstoffe besser verzichten.

Bessere Alternativen sind Kokosblütenzucker, Stevia  oder auch Xylit und Erythrit. Alle vier haben einen sehr niedrigen glykämischen Index und sind somit auch gut für Diabetiker oder Menschen, die auf ihren Blutzuckerspiegel achten, geeignet. Xylit wird zudem in der Kariesprophylaxe genutzt, ist also ein Zuckerersatzstoff der gut für die Zähne ist. Auch Erythrit kann keine Karies verursachen und ist im Gegensatz zu anderen Zuckeralkoholen sehr gut verträglich.
 
Auch Yaconsirup und Manuka-Honig sind relativ gesunde Alternativen, kosten aber teilweise so viel, dass sie für uns einfach nicht in Frage kommen.
 
Im Buch „Goodbe Zucker – Zuckerfrei glücklich in 8 Wochen“ von Sarah Wilson, wird zudem Reissirup als Alternative gewählt.
 
Allgemein möchte ich an dieser Stelle noch festhalten, dass es, egal welche Zuckerart oder welchen Ersatzstoff man zu sich nimmt, wichtig ist, ihn nur in Maßen zu konsumieren.

Mit ein wenig mehr Hintergrundwissen werde ich bzw. werden wir die Ernährungsumstellung nun anpacken. Ich werde verschiedene Alternativen testen, und bin vor allem auf Xylit und Erythrit gespannt. Auch eine Flasche Reissirup steht bereit und Kokosblütenzucker habe ich schon einige Male benutzt. Ebenso werde ich ausprobieren mit ganzen Früchten zu süßen z.B. mit Datteln oder Bananen.
Da der Grundgedanke jedoch “Zuckerfrei” war, möchte  ich natürlich nicht nur mit den Zucker-Alternativen experimentieren, sondern auch meinen Fokus auf frische Lebensmittel richten und einen größeren Bogen um hochverarbeitete Lebensmittel machen.
 
Ganz wichtig bei der Umstellung meiner Ernährung ist mir, dass ich mich nicht dazu zwinge Dinge zu mir zu nehmen, die zwar gesund sind, mir aber nicht schmecken. Denn ich weiß, dass die Umstellung dann auf keinen Fall klappen wird.
 
Ich mache mich also auf die Suche nach gesunden und leckeren Alternativen, die zu mir und meinem Lebensstil passen, und die ich im späteren Verlauf auch in Emmas Speiseplan für geeignet halte.

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3 Comments

  • Reply
    Elisa
    20. Oktober 2015 at 17:52

    Lass es dir schmecken.
    Zuckerfrei Ernährung ist gar nicht so schwer. Wichtig bei der Umstellung ist nur, dass du deinen Weg gehst.

  • Reply
    Munchkins HappyPlace
    20. Oktober 2015 at 19:37

    Da gebe ich dir Recht. Man sollte hinter dem, was man tut, auch stehen können und sich damit wohlfühlen. Bisher klappt es zumindest ganz gut.
    Liebe Grüße

  • Reply
    Finis
    11. April 2016 at 10:31

    Hallo! Den Zuckerkonsum herunterzuschrauben ist eine gute Sache, das habe ich letztes Jahr auch versucht. Erst Xylit getestet – vertrage ich leider nicht, führt bei mir zu Blähungen und Durchfall. Als nächstes Stevia – da wird meinem Mann leider übel von. Industriell verarbeietetes Steviapulver hat außerdem mit der Steviapflanze nicht mehr viel zu tun, das merkt man auch an dem furchtbar bitteren Nachgeschmack, den die Pflanze nicht hat. Bleiben also Reissyrup, Kokosblütenzucker und natürlich Süßen mit Datteln. Alles nicht ganz billig, aber immerhin ein Anfang! Für schwarzen Tee haben wir jedoch weiterhin Rorohrzucker im Haus, da haben wir noch keinen geschmacklich guten Ersatz für finden können.

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