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[Gedankenwelt] Vorbilder

Warum Kinder die besseren Vorbilder sind
 
Dass Babys und Kinder durch Nachahmung lernen und wir ihnen aus diesem Grund gute Vorbilder sein sollten, das wissen wir alle. 
Doch wenn ich Emma beobachte, oder mir auch all die Kita-Kinder der letzten Jahre ins Gedächtnis rufe, komme ich zu dem Entschluss, dass unsere Kinder viel bessere Vorbilder sind als wir. 
Es gibt so einige Eigenschaften, die wir uns von ihnen abschauen sollten.
 
 
Kinder haben keine Vorurteile
 
Gerade bei den aktuellen Ereignissen wünsche ich mir, dass mehr Menschen ohne Vorurteile aufeinander zugehen. Kindern sehen einfach Menschen vor sich. Sie sehen keine Nationalität oder Religion, keine Hautfarben oder schiefe Zähne, keine besondere Kleidung oder andere Sprache. Wenn wir mit Emma unterwegs sind, dann lächelt sie jeden an, der auch sie anlächelt – egal ob es ein kleines Kind ist, eine alte Dame oder ein junger Mann. Kinder haben keine Berührungsängste. Ich erlebe leider viel zu oft, dass es Leute gibt, die vor lauter Vorurteilen Menschen in Schubladen stecken, ohne ihnen überhaupt eine Chance zu geben.

 

Kinder sind ehrlich
 
Kinder sagen was ihnen in den Sinn kommt. Sie machen sich keine Gedanken darüber, was andere über sie denken könnten oder ob das, was sie sagen, bei jedem gut ankommt. Sie legen sich nicht die richtigen Worte zurecht oder schlucken den Satz runter weil sie sich nicht trauen etwas auszusprechen. 
Ich finde die Ehrlichkeit von Kindern einfach erfrischend und aufmunternd.
 
Kinder leben im Jetzt
 
Egal wie schlaflos und anstrengend unsere Nacht war, wenn Emma morgens wach wird, dann hat sie gute Laune. Während wir uns mühsam aus dem Bett quälen, plappert Emma schon munter vor sich hin und krabbelt durchs Bett. Manchmal kommt es mir so vor, als hätte sie die Strapazen der vergangenen Nacht gar nicht mitbekommen oder einfach vergessen. Kinder starten meist positiv in den Tag, denn sie leben im Hier und Jetzt. Sie machen sich keine Gedanken über das, was passieren wird oder passieren kann und sie hängen mit ihren Gedanken auch nicht in der Vergangenheit fest.
Vielleicht sollten auch wir uns öfter auf das Jetzt konzentrieren, vergangene Erlebnisse ruhen lassen und anstehende Erlebnisse einfach auf uns zukommen lassen.
 
 
Kinder sehen die Schönheit in der Welt
 
Die Welt mit Kinderaugen sehen, was bedeutet das wohl? In der Kita haben wir einmal den Versuch gemacht, uns die Räumlichkeiten aus der Höhe von Kinderaugen anzuschauen. Wir haben uns auf Rollbretter gesetzt und sind durch jeden Raum gefahren. Vieles hatte dadurch eine ganz andere Wirkung auf uns und es hat dazu geführt, dass wir im Anschluss die Kitaräume ganz anders gestaltet haben.
 
Doch das ist nicht alles. 
Kinder gehen mit offenen Augen durchs Leben. An jeder Ecke entdecken sie Dinge, die ihre Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Das kann ein Schmetterling sein, eine Baustelle, ein Maulwurfshügel oder eine Wolke. Oder aber auch einfach eine Packung Taschentücher. All diese Dinge können Kinder faszinieren, während sie uns oft gar nicht erst auffallen.
Am deutlichsten wird mir der Unterschied zwischen Kindern und Erwachsenen, wenn es regnet. Ich habe den Regen als Kind geliebt. Wenn es im Sommer geregnet hat, dann habe ich mich bis auf die Unterwäsche ausgezogen und bin in den Garten gerannt. Dabei habe ich mich unglaublich frei und glücklich gefühlt. Für Erwachsene ist der Regen meistens einfach nur lästig und ein Grund, so schnell wie möglich ins Trockene zu kommen. Kitzelt es euch nicht auch manchmal, das Kind in euch frei zu lassen, und durch den Regen von Pfütze zu Pfütze zu springen?
 
 
Kinder sind neugierig
 
Die kindliche Neugier ist angeboren und eine wichtige Grundlage der kindlichen Entwicklung. Ohne Neugier würde das Kind seine Umwelt nicht erforschen und sich dementsprechend auch nicht in ihr zurechtfinden.
Wenn ein jugendlicher oder erwachsener Mensch als neugierig bezeichnet wird, hat dies meistens eine negative Assoziation. Natürlich gibt es auch Situationen, in den Neugier fehl am Platz ist, doch treibt die Neugier uns auch an neue Dinge auszuprobieren & die Welt zu entdecken. Im Erwachsenenalter laufen die Tage oft sehr routinemäßig ab, dabei gibt es so viele Dinge, die wir noch nie gemacht haben. Wann habt ihr das letzte Mal etwas zum ersten Mal gemacht? Seid ihr nicht neugierig, was ihr erleben könntet?
 

 

Kinder geben nicht so schnell auf
 
Wenn ich daran denke, wie oft Emma in den letzten Wochen hingefallen ist und wie oft dicke Tränen ihre Wangen runter gekullert sind weil sie sich wehgetan hat, da kam mir doch schon ein paar Mal der Gedanke: „Ich würde an ihrer Stelle wahrscheinlich aufgeben“. Wie oft habe ich Sachen abgebrochen oder nicht mehr gemacht, weil sie mir nicht gelungen sind oder weil ich mit dem Ergebnis nicht zufrieden war. Wenn Emma sich ein Beispiel an mir nehmen würde, dann würde sie wohl niemals laufen lernen, sondern würde sich damit abfinden, dass sie fürs Laufen wohl nicht gemacht ist. Zum Glück macht Emma es genau richtig. Sie zieht sich hoch, fällt um, beschwert sich kurz und zieht sich dann wieder hoch. Wir sollten uns viel häufiger mehr Chancen geben und uns selber die Möglichkeit geben zu lernen.
 

 

Kinder verzeihen
 
Kinder können sich richtig streiten. Wenn der Eine dem Anderen etwas weggenommen hat, oder vielleicht etwas kaputt gemacht hat. Wenn der beste Freund mit einem anderen Kind spielt oder etwas Doofes gesagt hat. Dann fliegen manchmal ordentlich die Fetzen und oftmals fällt der Satz: „Dann bist du nicht mehr mein Freund“.
Ganz abgesehen davon, dass das kindliche Streiten wichtig für die Entwicklung ist (die Kinder lernen zum Beispiel sich durchzusetzen und ihre Bedürfnisse und Wünsche zu formulieren und auch, dass man nicht immer gewinnt sondern auch mal verliert oder man im besten Fall einen Mittelweg findet), ist das kindliche Streiten wesentlich konstruktiver als der Streit von Erwachsenen. Kinder schweigen sich nicht an oder sind unterschwellig sauer aufeinander. Sie klären ihre Konflikte meist direkt, manchmal zwar laut und manchmal brauchen sie auch Hilfe dabei, doch danach ist die Sache geklärt und aus dem vermeintlichen Feind ist wieder der beste Freund geworden. 
 

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