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10 Tipps für das erste Jahr als Mama

Während der Schwangerschaft und in den ersten Wochen als Mama, habe ich so einige gutgemeinte Tipps gehört und gelesen. Mit vielen konnte ich mich jedoch nicht anfreunden oder sie passten einfach nicht zu uns. „Schlafe, wenn dein Baby schläft“ – das habe ich genau 1x gemacht und war danach noch ausgelaugter als vorher. „Koche schon in der Schwangerschaft auf Reserve“ – das hätte ich vielleicht tatsächlich gemacht, wenn wir eine riesige Gefriertruhe hätten. „Lass den Haushalt links liegen“ – habe ich probiert und hat mich absolut kirre gemacht.
 
Heute möchte ich euch ein paar Dinge mit auf den Weg geben, die mir in den ersten Monaten geholfen haben. Auch meine Tipps sind nicht allgemeingültig, doch vielleicht passt der eine oder andere Tipp ja doch zu euch und eurer Situation.
 

Höre auf dein Bauchgefühl
 
Die meisten Frauen lesen während der Schwangerschaft, und auch wenn das Baby schon da ist, in Ratgebern oder suchen nach Informationen im Internet. Auch ich habe mich immer wieder auf diese Weise über verschiedene Themen informiert. Kniffelig wurde es dann, als Emma da war, und mein Bauchgefühl mir etwas anderes sagte, als der Ratgeber in meiner Hand. Nach einigem hin und her überlegen, habe ich den Ratgeber zur Seite gelegt und habe einfach auf mein Bauchgefühl gehört. Ihr als Mama (oder Papa), wisst in den meisten Fällen intuitiv, was für euch und euer Kind am besten ist – vertraut darauf. Versucht auch, euch nicht von Aussagen anderer verrückt machen zu lassen. Jedes Kind und jede Mama ist anders, warum sollten dann nicht auch die Gegebenheiten in jeder Familie verschieden sein?
 
Hol dir ärztlichen Rat
 
Wenn ihr jedoch in einer Situationen seid, in der ihr nicht mehr weiter wisst, die euch einfach komisch vorkommt, oder ihr euch um etwas Sorgen macht, dann holt euch auf jeden Fall ärztlichen Rat. Mehr als einmal ist es mir passiert, dass ich die Befürchtung hatte, man würde mich vielleicht nicht ernst nehmen, wenn ich wegen „Kleinigkeiten“ zum Arzt gehen würde, egal ob zum Kinderarzt oder zur Gynäkologin – bestätigt hat sich das jedoch nie. Selbst, wenn die Ärzte mir gesagt haben, dass alles normal oder in Ordnung wäre, so war der Arztbesuch trotzdem sinnvoll, denn ich konnte nach einer positiven Rückmeldung wieder entspannen und habe mich nicht länger verrückt gemacht.
 
Suche dir einen Ausgleich
 
Das Leben mit einem Baby ist nicht immer nur rosarot, manchmal ist es auch einfach anstrengend. Um auch mal abschalten und auf andere Gedanken kommen zu können, ist es wichtig, einen Ausgleich zu haben. So ein Ausgleich kann für jeden etwas anderes sein. 
Fragt euch, was euch gut tut und was ihr braucht: 
Tut es euch gut, euch sportlich zu betätigen? Oder könnt ihr bei einem warmen Bad besser entspannen? Hilft euch ein gutes Buch beim Abschalten oder doch eher eine witzige TV-Serie? Hilft es euch, wenn ihr kreativ tätig werdet oder könnt ihr am besten neue Kraft bei einem Spaziergang sammeln? 
Schon wenige Minuten reichen manchmal schwierige Situationen wieder in einem positiveren Licht sehen zu können – nehmt euch diese Zeit.
 
Suche dir eine bequeme Position zum Stillen
 
Ich habe ganz zu Anfang krampfhaft versucht im Sitzen zu stillen. Das Resultat waren unglaubliche Rückenschmerzen, so dass ich teilweise beim Stillen vor Schmerzen geweint habe. Ich habe mich dann fürs Stillen im Liegen entschieden, so war es dann auch viel entspannter für Emma und mich. Gerade zu Beginn nimmt das Stillen relativ viel Zeit in Anspruch und ihr solltet euch dabei so wohl und entspannt wie möglich fühlen. Vielen hilft z.B. auch ein Stillkissen oder ein kleines Podest, auf welches ihr eure Füße stellen könnt. Am besten probiert ihr einige Varianten aus und schaut, welche sich für euch am natürlichsten anfühlt. 
 
Klammere nicht zu fest an deinen Plänen
 
Vor Emmas Geburt haben wir uns so einige Gedanken darüber gemacht, wie wir die Anfangszeit gestalten wollen, und was uns dabei wichtig ist. Wir hatten so nette Ideen wie z.B.: „Nachts schläft Emma im Beistellbett und tagsüber im Gitterbett in ihrem Zimmer“, „Wir benutzen keine Feuchttücher sondern Einmalwaschlappen und warmes Wasser“ oder auch „Wir werden unser Baby nicht an einen Schnuller gewöhnen“. Und dann kam Emma, und stellte einen großen Teil unserer Pläne auf den Kopf. Einen Schnuller hat sie von uns noch im Krankenhaus bekommen. Geschlafen wurde tagsüber auf dem Arm und nachts in unserem Bett. Auf Feuchttücher sind wir nach ca. 6 Wochen umgestiegen.
 
Natürlich gibt es auch Pläne, die wir verwirklichen konnten, z.B. das Stillen und die Beikost. Ich hatte  mir vorgenommen, mindestens 6 Monate zu stillen. Tatsächlich habe ich 6 Monate voll gestillt, stille Emma immer noch und werde es wahrscheinlich auch noch eine ganze Weile tun. Zudem war mir wichtig, Emmas Brei selber zu kochen und bisher hat sie tatsächlich noch nie ein Gässchen bekommen.
Schaut also genau, welche eurer Pläne sich umsetzen lassen und versucht offen dafür zu sein, manche Pläne wieder über Bord zu werfen.
 
Lass deine Gefühle raus
 
Wie ich schon schrieb, das Leben mit Baby ist nicht immer einfach. Seid also nicht überrascht, wenn ihr euch auch mal traurig, wütend, hilflos oder erschöpft fühlt. Lasst diese Gefühle zu, sie gehören genauso zu euch wie die Freude, die Verliebtheit und das Überglücklich sein. Und so, wie ihr auch eure positiven Gefühle zeigt und teilt, so solltet ihr auch eure nicht so angenehmen Gefühle zulassen und zeigen. Schwieriger wird es, wenn sich diese Gefühle anstauen und sich einen größeren Platz suchen um wahrgenommen zu werden. Dann kann es passieren, dass diese Gefühle plötzlich in geballter Vereinigung aus einem ausbrechen. Auch das kann befreiend wirken, hinterlässt aber auch gerne mal einen fiesen Beigeschmack. Versucht deswegen einfach authentisch zu sein. Und ja, auch euer Baby oder Kind darf eure Tränen sehen, das macht euch nicht zu einer schlechten sondern zu einer ehrlichen Mutter.
 
Kümmere dich um dich selbst
 
Spätestens mit dem Tag der Geburt dreht sich alles um euer Baby. Es ist durchgehend auf euch angewiesen, egal ob es Hunger hat, müde ist, gewickelt werden muss, Angst hat oder einfach eure Nähe braucht. Es ist also verständlich, dass ihr den Großteil der Zeit damit verbringt, euch um euer Baby zu kümmern. Wichtig ist jedoch, dass ihr euch auch selber im Auge behaltet. 
„Eine gute Mutter, ist eine Mutter, die sich auch um sich selbst kümmert und dafür sorgt, dass es auch ihr gut geht.“ Esst und Trinkt ausreichend, bittet um Hilfe wenn ihr sie benötigt und seid nicht zu streng mir euch selbst.
 
Halte wichtige Momente fest
 
Die Zeit vergeht so unglaublich schnell, das kann man sich vorher gar nicht vorstellen. Jeden Tag lernen Babys etwas Neues hinzu, da verliert man leicht den Überblick, wenn man nichts vergessen möchte. Überlegt euch am besten schon vor der Geburt, wie ihr die Entwicklung eures Babys festhalten möchtet. Vielleicht habt ihr Freude daran, ein Tagebuch zu führen oder ihr haltet lieber alles fotografisch fest. Vielleicht sind ja auch diese Meilenstein-Karten (könnt ihr hier downloaden) etwas für euch. So könnt ihr euch sicher sein, dass ihr auch noch in mehreren Jahren wisst, was ihr mit eurem Baby zu welchem Zeitpunkt erlebt hat.
 
Wertschätze jeden Tag
 
Das ist so viel schwierig als es sich anhört. Vor allem, wenn man wie wir, ein sehr sensibles Schreikind hat. Und wenn dann noch ein Wachstumsschub oder die ersten Zähnchen dazu kommen, dann wünscht man sich manchmal einfach, dass der Tag so schnell wie möglich vorüber geht. 
Und dann steht man da plötzlich mit einem 10 Monate alten Baby und fragt sich, wo die Zeit geblieben ist. Ich weiß gar nicht, wie oft ich mir schon gewünscht habe, nochmal meine ganz kleine Emma auf dem Arm halten zu können und es einfach nur zu genießen. Die Zeit noch einmal zurückdrehen zu können und sie mit dem Wissen zu erleben, dass ich diese Tage, auch die ganz Anstrengenden, nie wieder zurückbekommen kann. Mir hilft es sehr, den Tag noch einmal kurz zu reflektieren, wenn ich Emma abends ins Bett bringe. Während ich sie auf dem Arm halte, erzähle ich ihr in Kurzform, was wir an dem Tag erlebt haben, und wie ich mich gefühlt habe. Und egal, wie stressig oder fantastisch der Tag war, sage ich ihr, dass ich den Tag gerne mit ihr verbracht habe und sie über alles Liebe.
 
Nutze die Zeit, in der dein Baby schläft, für dich
 
Wie schon in der Einleitung erwähnt, habe ich öfter gehört und gelesen, dass die Mutter dann schlafen soll, wenn das Baby auch gerade schläft. Oder man soll sich in dieser Zeit um den Haushalt kümmern. Für mich war beides keine Lösung. Tagsüber schlafen hat schon immer dazu geführt, dass ich danach komplett neben der Spur war. Und da Emma in den ersten 3 Monaten tagsüber generell nur auf dem Arm oder im Kinderwagen geschlafen hat, wäre es auch einfach nicht möglich gewesen. Also habe ich mich an Tipp Nr. 2 gehalten, und habe versucht, mich in der Zeit irgendwie um den Haushalt zu kümmern. Das war allerdings auch keine Lösung für mich. 
Besser geht es mir, seitdem ich Emmas Schläfchen wirklich für mich nutze. Manchmal lege ich mich einfach auf die Couch und schaue eine Serie oder lese ein Buch. An anderen Tagen nutze ich die Zeit, um an meinem Blog zu arbeiten. An wieder anderen Tagen schneide ich mir Stoffe zurecht oder kuschle einfach mit den Katzen. 
Den Haushalt erledige ich meistens in der Zeit, in der Emma wach ist oder wenn der Papa auch zu Hause ist. Dazu habe ich dann auch einfach mehr Kraft, wenn ich zwischendurch Zeit für mich finde.
 
 
Habt ihr vielleicht noch weitere Tipps? Was hat euch im ersten Jahr als Mama geholfen?

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4 Comments

  • Reply
    Maries Testexemplar
    8. November 2015 at 8:34

    Das hast du wundervoll geschrieben,
    ich kann eigentlich alles außer Mini Ausnahmen bestätigen.
    Die Zeit rast wirklich nur so davon, unser Großer ist im Oktober 4 Jahre geworden, der Kleine wird jetzt am Dienstag vier Wochen alt.
    Liebe Grüße Marie

  • Reply
    Anne
    8. November 2015 at 8:50

    Auch ich kann den Großteil deiner Anregungen unterschreiben 😉
    Das abendliche Tagesgeschehen zu reflektieren gehört bei uns mit dem Großen (5 Jahre alt)wirklich zur Tagesstruktur [tolles Ritual, gerade später wenn man gewisse Geschehnisse nochmal besprechen möchte 😉 ]
    Lg, Anne
    Ich genieße jetzt beim Septemberjungen die Babyzeit auch gaanz intensiv ��

  • Reply
    Sarah
    7. April 2016 at 13:25

    Sehr schön geschrieben… Ich als Nicht-Mama kann dies total beherzigen!

  • Reply
    Wochenbettdepression - verraten von den eigenen Gefühlen - Munchkins Happy Place
    5. Februar 2017 at 13:31

    […] sammeln und gut überlegen, was ich zu diesem Thema schreiben könnte und auch wollte. Sowohl hier als auch hier habe ich schon von meinen Erfahrungen berichtet, dass die Realität oft anders […]

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